Vor allem die dem Populismus (und daher der primitiven Fagestellung) zugeneigten politischen Gruppierungen wollen mehr direkte Demokratie. Ausländer raus, keine Minarette, Homosexuelle in Therapie u.s.w., das wären solche Fragen.
Ist dem Leser bewusst, dass das Lied "Woki mit deim Popo" via TED vom Volk ausgesucht wurde und wir damit den letzten Platz erreicht haben?
Noch was:
In einer Zeit, in der in Österreichs Kinos "Das weiße Band", "Atmen" und noch einige weitere international ausgezeichnete Filme liefen, hatte "Echte Wiener II" mit Abstand die meisten Zuseher, nämlich etwa 100 mal so viel wie z.B. "Das weiße Band". Nichts gegen die echten Wiener, ein guter Film, weil ich auch darin mitgespielt habe. Aber "Echte Wiener" als erfolgreichster österreichischer Film eines Jahres?
Auch die Anzahl der Kinobesucher hat etwas von direkter Demokratie, oder?
Ich meine also, dass direkte Demokratie nicht immer gescheite Ergebnisse bringt.
Ich meine aber auch, dass man direkte Demokratie sehr wohl stärken muss, dass man aber bei der Auswahl und Zulassung der Themen sehr vorsichtig sein muss. Sonst heißt Österreich demnächst Trackshittatz (oder wie man das schreibt, ist mir eigentlich auch egal).
Die direkte Demokratie, wie sie derzeit bei uns gefordert wird, scheint mir jedenfalls eine Populistenwaffe zu sein. Und dass Spindelegger eine Volksabstimmung machen will, ob es Volksabstimmungen geben soll, zeigt, wie notwendig nicht eine Reform unserer Demokratie, sondern die Erzeugung gescheiter und gebildeter Menschen geworden ist.

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